Wovon hängt die Härte von Trauringen ab? Wenn wir über Härte sprechen, meinen wir in der Regel die Härte des verwendeteten Metalles.

Genauer: die Härte eines Traurings meint die Härte einer Trauring-Legierung. Härte meint, ob eine Legierung Kratzer oder Tragespuren bekommen kann.

In der Fachsprache wird die Härte von Metallen in Vickers angegeben. Alternativ können wir Edelmetalle auch mit der Mohs-Skale messen.

Wie messen wir die Härte von Legierungen bzw. Trauringen?

Beim Vickers-Test wird geprüft, wie tief ein Test-Diamant durch Druck in das Edelmetall eindringt. Daraus ergibt sich ein ein Wert. Je niedriger der Wert, desto weicher das Metall, je höher, desto härter das Metall.

Schauen wir uns einmal bestimmte Metalle an, die bei Partnerringen verwendet werden:

  • Sterling Silber 925 – 70
  • Gelbgold 333: 100
  • Gelbgold 585: 160
  • Gelbgold 750: 140
  • Palladium 950: 100
  • Platin 950: 150
  • Edelstahl: je nach Qualität über 300, bis weit über 500
  • Titan: 795
  • Wolfram: über 1000

Demnach wäre Wolfram das perfekte Edelmetall, weil es am härtesten ist? Tatsächlich gibt es Partner-Ringe, die aus Wolfram bestehen. Wolfram wird außerdem in vielen Platin-Legierungen als Zusatzmetall verwendet.

Wolfram hat aber einen Riesennachteil. Es lässt sich mit herkömmlichen Goldschmiedetechniken nicht bearbeiten. Schon das Gravieren von Wolfram-Ringen ist sehr schwer. Gleiches gilt für Edelstahl und Titan.

Wie ist das mit dem Verkratzen von Trauringen?

Nehmen wir die Skala nach Mohs. Wie Sie sehen, kann jede Edelmetall-Legierung Kratzer und Tragespuren bekommen.

Jede Trauring-Legierung, ob Gold 585 oder Platin 950, können Sie mit einem Taschenmesser leicht ritzen.

Selbst das sehr harte Edelstahl oder Titan.

Daher bleiben Tragespuren bei Trauringen nicht aus.

Betrachten wir das Thema “Härte” weiter. Denn die Zahlen in der Tabelle sind allenfalls ein Richtwert. Entscheidend ist, auf welche Weise eine Ringmanufaktur einen Trauring oder einen Verlobungsring herstellt.

Warum sind geschmiedete Edelmetalle besser?

Bei der Schmuck-Herstellung gibt es zwei grundsätzliche Formen der Herstellung. Das Gießen oder das Schmieden. Beim Gießen fließt das flüssige Edelmetall in eine Guss-Form und härtet aus.

Beim Schmieden wird das Edelmetall zu einem Barren gegossen und anschließend wird der Barren gewalzt und zu einem Profil geformt. Dieses Profil ist Ausgangspunkt für alle weiteren Arbeiten.

Bei Trauringen stanzt man aus einem Profil Rohlinge aus. Hier haben wir auf der Seite über August Gerstner ein schönes Video, wie das funktioniert.

Durch dieses Walzen verdichtet sich das Edelmetall und wird härter. So dass wir Vickershärten erzielen, die bei Gold und Platin weit über 200 liegen können.

Warum ist die Härte nicht das ausschlaggebende Kriterium?

Wichtiger als die Härte ist der Abrieb bzw. die Zähigkeit eines Edelmetalls. Je zäher, desto geringer der Gewichtsverlust beim Metall. Außerdem dürfen wir das Kriterium “Tragegefühl” nicht vergessen. Das Tragegefühl ist bei Legierungen wie Gold 750 oder Platin 950 überragend.

Fazit:

Härte und Zähigkeit sind ausschlaggebende Kriterien für eine hochwertige Legierung für Trauringe.

Im Punkt “Zähigkeit” liegen Platin, Palladium und Gold 750 weit voran. Mit hochwertigen Herstellungsverfahren lassen sich bei diesen Edelmetallen sehr harte und zähe Trauringe und Verlobungsringe herstellen.

Edelstahl, Titan oder Wolfram sind zwar sehr hart, lassen sich aber mit klassischen Goldschmiede-Techniken nicht bearbeiten.

Ein wichtiges Kriterium für die Qualität ist außerdem das angenehme Tragegefühl. Hier sind Platin 950 und Gold 750 nicht zu schlagen.

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